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Der Narr


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Der Narr

"Es ist keine Ehre von einem Narren gelobt zu werden."
- Konfuzius


Komm tanz für mich...
Komm tanz für mich...
Bevor der Tag zu Ende geht,
Bevor die Zeit die Lust verweht
Komm Tanz für mich...

Beweg dich nicht...
Beweg dich nicht...
Bevor dein Leid zu Ende geht
Bevor dein Leben gleich verweht
Beweg dich nicht...


Genieß den Tod...
Genieß den Tod...
Bevor dein Körper ist dann mein
Bevor die Kälte hüllt dich ein
Genieß den Tod...


Als Narr (von Althochdeutsch Narro), wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Menschen bezeichnet, die sich sehr unreif, voreingenommen und unwissend verhalten.

"Bescheidne Wahrheit sprech ich dir. Wenn sich der Mensch die kleine Narrenwelt, gewöhnlich für ein Ganzes hält." - Johann Wolfgang von Goethe, Faust I

Doch der Narr hat auch eine andere Seite...

Aus dem 12. Jahrhundert stammende Psalterillustrationen zeigen ihn meist als eine Figur, die dem König gegenübersteht. Diese Figur ist oft nackt und schwingt eine Keule.
Der Anfang des Psalmes lautet: "Es spricht der Narr in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott".

Der Narr war also keineswegs eine Figur die nur Späße machte, sondern war eine bedrückende, manchmal wahnsinnige Gestalt- die sich an keine Moral oder Ethik hielt. In vielen Bildern wird der Narr an allerletzter Stelle neben anderen zwielichtigen Gestalten dargestellt. Er stellt somit auch den Bodensatz der Gesellschaft dar.
Da Gott aber den Menschen nach seinem Bild geschaffen haben soll, konnte der Narr nur in Verwandtschaft mit dem Teufel und dem Tod stehen.
Der Narr hat später Einzug in die mittelalterliche Fastnacht gefunden, in der er heute noch eine Rolle als Gottesleugner, Teufel und Tod spielt. Im französischem Schachspiel entspricht der Narr dem Läufer (Fou) ... eine starke Figur, die jeder anderen Figur- auch dem König gefährlich werden kann.
Im Tarot ist die Narrenkarte ebenfalls vorhanden. Bei der Deutung der gelegten Karten kommt es sehr auf das Umfeld des Narren an. Liegen in seiner Nachbarschaft günstige Karten, so eröffnet die Narretei gute Wege. Sind sie jedoch ungünstig verstärkt der Narr auch hier das Unglück.
Der Narr ist als einzige Tarotkarte auch in heutige Spielkarten übernommen worden. Er entspricht dem Joker, der frei gesetzt werden kann, wie auch der Narr selbst, der keine Regeln kennt.

"Der Narr tut, was er nicht lassen kann; der Weise lässt, was er nicht tun kann." - Aus China

Für die am Hof tätigen Hofnarren galt die "Narrenfreiheit", die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu üben und unangenehme Wahrheiten auszusprechen.

"Nur Narren verachten die Lüge." - William Saroyan.

Die Hofnarren sollten ursprünglich ihren Herrn nicht nur belustigen, sondern ihn als ernste Figur ständig daran erinnern, dass auch er der Sünde verfallen könne. Er zeigte seinem Herrn die Vergänglichkeit seines menschliches Daseins.
Viele dieser Narren waren sehr gebildet und intelligent... und einige von ihnen machten durchaus Karriere als Berater am Hofe... und als Strippenzieher.

"Wer mit den Weisen umgeht, der wird weise; wer aber der Narren Geselle ist, der wird Unglück haben." - Luther

Eine faszinierende Figur...

Und somit kriecht ein neues Werk aus mir heraus....


Der Narr